RÖMER

Das Römische Reich/Imperium dauerte ca. 700 Jahre lang.

Doch in den Büchern ist zu lesen, dass bereits 750 v. Chr. die Königszeit begann und bis in die Spätantike dauerte.

 

Odoaker der Germanische Offizier, der unter Vertrag bei den Hunnen stand, wurde zum Totengräber des Römischen Reiches. Die Römischen Söldner reissen die Macht an sich. Die Weichen für Europa werden neu gestellt. Die Barbaren sind die neuen Europäischen Regenten. Barbaren, so werden die nordischen Völker und die Hunnen abschätzig genannt, fallen im 4. Jahrhundert ins Römische Reich ein.

Im 5. Jahrhundert war das Römische Imperium oder auch das heilige Römische Reich geschwächt durch innere Krisen, Bürgerkriege und der Dekadenz der Elite, die sich im Luxus ausruhte. Dick und letargisch wurden sie, die einst auf der ganzen Welt respektierten und gefürchteten Römer.

Kein Staatsmann, kein Kriegsherr wirkte auf dem Thron, es war ein Kindkaiser Namens Augustus oder schelmisch auch Augustinchen genannt. So liessen die Römer dann auch „Fremde“ für sich kämpfen und gaben wichtiges „Wissen“ aus der Hand. Allemannen, Goten, Franken und andere Völker fallen von Norden ein. Die Hunnen kamen vom Osten her.

Aktuell (April 2017) stelle ich mir die Frage:
Gehört die Migration zur Geschichte der Menschheit?

Früher wollten alle nach Rom, heute nach Europa.

Die Massenspektakel wie die Gladiatorenkämpfe wurden übernommen.
So rennen heute an Stelle der einst gefürcheten und begabten Gladiatoren (das waren noch richtige Männer, und keine überbezahlten mimosenhafte Fussballer die mit Handschuhen spielen, wenns unter 10 Grad ist), „Männer“ einem Ball nach.

Der damaligen Völkerwanderung vedanken die Italiener die wohl schönste Fluchtstadt der Welt, Venedig. Die Römischen Adeligen sind an die Adria geflüchtet und haben auf Pfählen im Sumpf ihre neue Heimat in der sie sich sicher fühlten, aufgebaut.

Die Einheit Europas zerbricht, viele kleine Königreiche entstehen. Die Germanischen Völker bilden die späteren Nationen. Die Franken bleiben im heutigen Frankreich, die Gothen in Spanien und Italien, die Angeln und Sachsen im heutigen England (ist nicht gleich Britannien).

Im Osten von Europa überlebt ein Teil des Römischen Imperiums. Die Osteuropäischen Römer werden zu den Nachlassverwaltern in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Augustus wird gestürzt aber nicht ermordet. Er darf nach Neapel ins Exil.

Der Germane Odoaker erhebt sich zum König Italiens. Seit dieser Zeit entwickelt sich Europa auseinander. Das ist bis heute spürbar.

Das Römische Reich lebt ausgerechnet da weiter, wo das heutige Europa aufhört, dem damaligen Konstantinopel, dem heutigen Istanbul.

Hier an der Grenze zu Asien prallen verschiedene Lebensarten und Einflüsse zusammen und enden nicht etwa in Krieg, nein sie befruchten und ergänzen sich gegenseitig und wachsen aneinander. Sollten wir uns daran ein Vorbild nehmen?

Griechische Kultur, Römische Staatskunst und der Christliche Glaube verschmelzen hier zur Bizantynischen Kultur. Sie ist Europas Erbe im Osten des ehemals Römischen Reiches.

Der erste Kaiser war dann Justinian, ein Bauernsohn, also kein Adliger im 6. Jahrhundert. Auch die Kaiserin Theodora stammt aus einfachen Verhältnissen. Dieses Dreamteam vom Bosporus wird das Europäische Vermächtnis besonders prägen.

Istanbul ist heute muslimisch geprägt, aber 1000 Jahr vorher war es christlich.

Über Jahrhunderte schaut die ganze Welt nach Byzanz, was die Kunst und die Wissenschaft angeht. Sie wurde die Leitkultur des Kontinentes. Hohe Mauern und ein ausgeklügeltes Abwehrsystem schützt sie vor den Hunnen, den Arabern und den Persern aus dem Osten. Zu dieser Zeit können sich die Westeuropäer getrost entfalten. Konstantinopel was bis zum Angriff der Osmanen die grösste und sicherste Stadt.

Kulturell und mit Gewürzen und anderen auf den Märkten erhältlichen Waren, waren die Byzanzer weltoffen, politisch hingegen abgeschottet. Die Europäische Esskultur begann hier. Den Spinat und den Salat haben wir dieser Zeit zu verdanken.

Auch in der Mode war Byzanz ganz vorne.
Wer kennt es nicht, was Rot (Purpur) welches von den Schnecken gewonnen wird. Für ein Gramm dieser Farbe mussten 10’000 Schnecken ihr Leben lassen. Seit Julius Cäsar ist Purpur (eben dieses besondere Rot) die Farbe der Macht. Noch heute tragen die Römischen Kardinale ihre Robe in Purpur.

Justinian gelingt es, die Mittelmeerwelt von den Germanen zurück zu erobern. Südspanien aber auch Italien und Nordafrika bringt er unter seine Herrschaft. Ein einheitlicher Rechtsraum entsteht. Sogar das heutige Rückgaberecht haben wir dieser Zeit zu verdanken.

In Bologna, der ältesten Universität Europas, werden die Texte studiert. Gelehrte aus ganz Europa treffen sich hier. Das Justinianische Recht entsteht.

Die damalige Byzantinische Kaiserin besass ein hohes Mass an Macht und Ansehen. Sie verfügte über eigene Reichtümer befehligte einen eigenen Hofstaat. Sie mischt auch in der Regierung mit. Doch schon damals war Neid und Hass ein Thema. Im Palast wurden pikante Gerüchte verbreitet. Nach dem Fall von Byzanz erheben sich Russiche Herrscher zu den Erben des Östlichen Christenreichs und nennen sich Zaren, abgeleitet von Cäsar. Sie fühlen sich als Herrscher über alle orthodoxen Christen. An dieses Grossmachtsdeken will der heutige Russische Präsident Putin wieder anknüpfen. Dies mit Unterstützung des Russischen Orthodoxen Patriarchen.

    

Bilder: Wotan, Freya und Donar

Im 6. Jahrhundert und im Westen Europas entwickelt sich die Welt anders.
Hier regieren Minireiche und zerfallen wieder. Die Barbaren ziehen sich in die Wälder zurück. Die meisten unserer Vorfahren sind Heiden. Unter freiem Himmel fühlen sie sich am wohlsten. Sie glauben an Wotan, Freya und Dona. Bäume sind ihre Heiligtümer.

Das religiöse Erbe der Römer lebte vor allem in den Bischoffstädten weiter. Die Kirche hält hier die alte Ordnung aufrecht. Doch dann geschieht etwas in der Bischoffstadt Ranes was die weitere Geschichte Europas massiv prägt. Dort wo heute die Kathedrale steht, lässt sich der erste Germanische Herrscher taufen im Jahre 498. König Chlodwig vom Stamm der Merowinger. Dieser versprach der Kirche, deren Glauben zu verbreiten. Mehr als 3000 Franken konnte er für sich gewinnen. Dieser Schritt gilt als die Geburtsstunde des Christentums in Westeuropa. Mit blutiger Gewalt „überzeugte“ er den Rest von Esteuropa vom Christlichen Glauben aus Rom.

Aber auch Mönche spielten bei der Christianisierung eine grosse Rolle.

Besonders ist hier eine kleine Insel im Norden, nennen wir sie Irland, zu erwähnen. Diese Insel wurde von den Odoaker der Völkerwanderung verschont. Hier fanden Keltische Christen Zuflucht. Eine eigene Mischung aus Naturglaube und Christentum entstand.

Im 5. Jahrhundert beginnt mit dem Mönch Patrick, Sohn eines Römischen Offiziers und eine Gallierin eine neue Ära. Ein Christ mitten unter Keltischen Heiden. An Ostern entzündete er gleichzeitig wie die Kelten, an der Küste ein Feuer und provozierte die Keltischen Druiden, die zu dieser Zeit ein Fest feierten.

Bei diesem Fest spielte das Feuer ebenfalls eine grosse Rolle. Provokation ist noch heute ein Thema, wenn es um „Anerkennung“ geht.

Auch diese Insel habe ich schon mehrmals mit dem Motorrad besucht und viel über sie erfahren.

Am 17. März feiert Irland seinen Nationalheiligen.

Da erscheint alles in grün. Der St. Patricks-Day ist ein beliebter Exportartikel. Mit dem grünen Kleeblatt erklärte Patrick die heilige Dreifaltigkeit.

Um 590 n Chr.  verlässt der Abt Kolumban Irland und bringt das Kreuz nach Europa. Die Irischen Wanderapostel verbreiteten den Chrictlichen Glauben in ganz Europa.

In Südamerika hatten das die Spanier gleich getan, das habe ich auf meinen mehrmaligen Reisen selber erlebt.

In den Französischen Vogesen wurde ein Kloster erbaut. Die persönliche Beichte wurde eingeführt. Alle Christen sollen gleich sein und sich vor Gott rechtfertigen und Busse tun. Auch Priester, Mönche und Könige. Vor Gott sind alle Menschen gleich. Kolumban und Gallus reisen weiter bis an den Bodensee. Doch die zugewanderten Mönche haben es schwer und werden erstmal abgewiesen. Die Beiden sollen die Götzenbilder zerstört und im Bodensee vernichtet haben.

Die Gläubigen sollen per Glocken in die Kirche gebeten werden. Ein genialer Marketingeinfall oder?

Im Kloster von St. Gallen werden die Daten von damals gespeichert in Form von Büchern. Seit dem Frühmittelalter werden hier Nachweise gelagert. Ora et labora Arbeiten und beten ist angesagt.

Theodor Fontane hat einmal geschrieben: Gebt den Mönchen einen wilden Wald und ihr werdet nicht nur schöne Kirchen sondern auch menschliche Siedlungen dort sehen. So entsteht die noch heute typische europäische Kluturlandschaft mit ihren Wiesen, Äckern und Feldern. Hinter manchen Klostermauern sind noch heute kleine Gärten mit Pflanzen für die Heilkunst angesät.

Quellen: Diverse Bücher der Bibliotek Affoltern und das Internet.

Marco, HB9ZCW 14. Mai 2017

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Im Hintergrund hören Sie das Lied Junge Römer von Falco.