FUCHSANTENNE NACH HB9BXE

Fuchsantenne nach HB9BXE

In den Anfängen des Amateurfunks wurden die vom österreichischen Radioamateur Josef Fuchs im Jahr 1927 erfundene Antenne gerne verwendet. Sie ist sehr effizient mit ihrer Länge von Lamda 1/2. Die Anpassung erfolgt mit einen parallelen L/C Schwingkreis.

Hans-Peter, HB9BXE, hat nun einen Bausatz entwickelt und angeboten, der es wirklich in sich hat. Er ist mit 100 Watt belastbar und deckt mit einem gut 20m langen Draht die Bänder von 40m bis 10m ab mit nur einem Draht von etwa 40m Länge, also eine echter „Allband-Fuchs“ (kein Verwandter vom Fuchs-Bandwurm,hi) der auf Speisung mit 50 Ohm Koaxialkabel ausgelegt ist.

Marco, HB9ZCW hat mir einen solchen Bausatz mitgebracht. Ich habe ihn in den folgenden Tagen zusammen gebaut. Es ist ein parallelkreis  mit einem Amidon Ringkern T-130/2, bewickelt mit 32 Windungen. Jede Windung hat ein Abgriff, der umgesteckt werden kann. Mit dem Drehkondensator wird dann noch feinabgestimmt. Das genügt dann, um über das breite 20m Band ohne nach-stimmen funken zu können.

Oben ist der gewickelte Ringkern zu sehen, bereits sind die Anschlüsse für die steckbaren Abgriffe angelötet. Unten sieht man den fertigen Tuner.

Montag, 27.Februar 2017:

Heute habe ich in meinem Garten ein Versuchsaufbau mit einer vertikalen 20m Band Fuchsantenne und dem Yaesu FT-817 QRP Transceiver gemacht. Erfolgreich!

Das Wetter war prima. Nach dem Aufstellen des Fieberglasmasten mit 10m Höhe, an der ein Litzendraht befestigt ist. Unten am Boden steht dann der Tuner, an dem auch das 50 Ohm Kabel angeschlossen ist, das zum Funkgerät führt. Als Mantelwellensperre habe ich das Koaxialkabel einige male aufgewickelt.

Kaum habe ich meine Funkkiste an die Antenne angeschlossen und das SWR geprüft, waren schon laute Signale hörbar. Ich hatte nicht einmal Notiz-Papier dabei und hörte YL2AG laut in CW rufen. Auf mein Ruf hat Sandy sofort Antwort gegeben und das erste QSO war geloggt.

Danach habe ich natürlich Papier und Stift geholt…

Fuchskreis Tuner in Aktion
In nur kurzer Zeit habe ich in CW folgende Stationen gearbeitet:

YL2AG, RK3Q/7, UA3LMR/p

und in SSB noch SY2BIK

HB9BXE hat auch schon mehrere Anleitungen zum Bau von Anpassungsgeräten für Antennen veröffentlicht. Genial finde ich die „universal Matchbox“ von Hans-Peter.
Dieser Tuner kann in verschiedenen Schaltungsvarianten genutzt werden. Saugkreis, Parallel-Kreis, oder passiver 4-Pole in Form von auf und abwärts Impedanztransformation.  Das klingt komplizierter als es ist.

Beispiel: Eine hohe Antennenimpedanz haben wir, wenn der Strahler eine Länge > Lamda 1/4 aufweist.

Halbwellenstrahler wie die Fuchsantenne mit ihren Lamda 1/2 Länge sind somit hochohmige Antennen und verlangen eine „Abwärtstransformation der Impedanz“ von vielleicht 1500 Ohm auf 50 Ohm. Umgekehrt ist es mit Antennenlängen von unter Lamda 1/4. Dann ist die Impedanz tief und muss nach oben auf 50 Ohm transformiert werden. Wie wir in der Funkerprüfung gelernt haben, sind passive Vierpole als Hochpass- oder Tiefpassfilter geschaltet. Soll es ein Hochpassfilter sein, müssen wir im Längszweig des Vierpol den Kondensator platzieren. Soll es aber ein Tiefpassfilter sein, ist im Längszweig die Spule.

Als Beispiel sehen wir uns ein Tiefpassfilter an: wollen wir die Impedanz nach oben transformieren, weil der Antennenstrahler zu kurz ist (< Lamda 1/4). Dann setzen wir im Querzweig des passiven Vierpol den Kondensator NACH der Spule. Ist der Strahler aber länger als Lamda 1/4, dann soll er VOR die Spule.

Ich habe mir das zu Versuchszwecken für QRO nachgebaut, QRO = max. 1 KW

 

 

 

 

Bericht verfasst am 27.02.2017 durch HB9TPT, OM Guido für HB9QQ, Physik verstehen

Hier sind dazu 2 Videos auf dem Youtube-Kanal von Guido
https://www.youtube.com/watch?v=BraSpoWk1Xo
https://www.youtube.com/watch?v=yl0wa3TaQyk