MILCHSTRASSE

In sehr klaren, dunklen Nächten können Sie die Milchstrasse deutlich sehen.

Als helles, wolkiges Band, das sich über den gesamten Himmel zieht.

Es ist unsere eigene Galaxie, die Sie da sehen – oder besser: ein Teil von ihr.

 

Oft auf Ski oder Wandertouren ist die Milchstrasse besonders gut zu sehen, da wo eben kein anderes Licht von Städten die Nacht stört.

In Sommernächten können Sie das milchige Band besonders gut beobachten, dann steigt es fast senkrecht aus den Sternbildern Skorpion und Schütze am südlichen Himmel empor, durch den Schlangenträger hindurch, vorbei an Leier und Schwan, über das markante W der Kassiopeia bis zum Sternbild Perseus im Nordosten. 1609 erkannte Galileo – der erstmals durch ein Fernrohr in den Sternenhimmel blickte – die wahre Natur des milchigen, gut zwanzig Grad breiten Bandes: Es sind Sternballungsgebiete, durchsetzt mit hellen und dunklen Nebeln. Sie sehen in der Milchstraße einen kleinen Ausschnitt unserer Galaxie – das große Ganze bleibt verborgen, weil wir mittendrin stecken.

Wie andere Sternsysteme setzt sich die Milchstrasse aus hundert Milliarden Einzelsternen zusammen. Ihr Durchmesser erreicht 100.000 Lichtjahre, dabei ist sie aber nur rund 3.000 Lichtjahre dick, im Zentrum sogar 16.000 Lichtjahre.

Unsere Sonne sitzt recht weit außen an einem der Arme: rund 26.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße entfernt. Am Himmel sehen Sie auf zwei dieser Spiralarme:
Etwa beim Sternbild Schwan blicken wir an unserem eigenen, lokalen Spiralarm entlang, dem Orionarm. Den uns aussen umgebende Perseusarm sehen Sie in Richtung des Sternbilds Perseus. Das Sternbild Schütze liegt dagegen in Blickrichtung auf das Zentrum der Galaxie, deswegen erscheint hier das Band der Milchstrasse auch breiter.

Marco, HB9ZCW 26. Dezember 2016