RAVEL MAURICE

Maurice Ravel (F) 1875 – 1937

Ravels Vater war ein angesehenre Ingenieur aus der Welschschweiz.

Das Stück BOLERO war ursprünglich als Balletstück gedacht und war der Geliebten Ida Rubinstein gewidmet. Diese verlangte von Bolero ein Ballet für spanische Musik.

Anspruchsvoll wechselt Ravel von C-Dur ind E-Dur um urz danach wieder auf C-Dur zu wechseln. Sehr interessant dieser Versuch.

Cresendo nennt man das in der Fachsprache, wenn es von anfangs leise immer lauter wird bis ganz laut.

Ebenso steigt aber auch die Spannung von zuerst nur einem bis zum Schluss mehreren Instrumenten welche (darum hat dieses Stück eben besonders mit Physik zu tun) gleichzeitig die GRUNDTÖNE und OBERTÖNE.
Später, in der Neuzeit versuchten auch Pink Floyd mit TÖNEN Musik der anderen Art zu machen, der Musik ein besonderes KLANGBILD zu verschaffen.

Ravel der begeisterter Jazzliebhaber war, liebte auch die Spanische Musik welche wiederum von der Arabischen Musik inspiriert ist, ich bin der Meinung dass man dies sehr gut aus BOLERO hören kann. So einfach und doch so interessant…

Die Instrumente welche in BOLERO vorkommen sind:
– Querflöte, Klarinette, Fagott, Oboe, Trompete, das Saxophon in verschiedenen Ausührungen, Piccolo, Horn, Celesta, Posuane und natürlich die Violine.

Bis heute ist der Bolero von Maurice Ravel umstritten.
Während sich die Aufregung um Strawinskis Frühlingsopfer (Le sacre du printemps) längst gelegt hat, gilt vielen der Bolero noch immer als primitiv und einfallslos.
Ich finde das in keiner Art und weise, im Gegenteil, wenn ich mir Zeit nehme und dieses Stück geniesse und analysiere finde ich immer wieder neue interessante Passagen.

Natürlich gibt es andere Stücke von Ravel, die besser sind, aber was heisst hier »besser«? Sie entsprechen eher dem, was in einem Konzert mit klassischer Musik erwartet wird. Mit dem Bolero ist Ravel aber etwas gelungen, was geradezu einzigartig und für mich bis heute unerklärlich ist. Dies ist für mich das einzige Mal, wo im 20. Jahrhundert der Punkt berührt wurde, worauf sich buchstäblich alle Musik und jede Art von Hörgenuss beziehen kann, Beispiele sind bereits ausreichend genannt (so die Traumfrau mit Bo Derek und der legendäre Auftritt von Jayne Torvill und Christopher Dean beim Eiskunstlauf während der Olympiade 1984, der bei YouTube zu sehen ist).

Bolero war in der Nachkriegszeit Inbegriff des Existenzialismus. Wem alle Begriffe von Normalität und Gesundheit suspekt geworden waren, wer trotzig die Primitivismen aufgriff und nach etwas Neuem suchte gegen die »heile Welt« des Bürgertums, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuschanden gekommen war, der musste auf den Bolero treffen.

Zu den Klangfarben:

Die Klangfarben sind genau berechnet. Die Perioden 1 – 5, 7, 8 und 11 sind für Soloinstrumente geschrieben. Dazwischen schieben sich dann im mittleren Teil Perioden für mehrere Instrumente ein, die Ravel ganz bewusst so zusammengestellt hat, dass jeweils die Klänge der einzelnen Instrumente zu einer neuen Klangfarbe verschmelzen und die Einzelinstrumente nicht mehr heraushörbar sind. Es klingt, als würde ein bisher unbekanntes Instrument spielen. Das gilt insbesondere für Periode 6 (Flöte, Trompete), 9 (Piccoloflöten, Horn, Celesta), 10 (Oboe, Oboe d’amore, Englischhorn, Klarinetten) und 12 (Piccolo, Flöte, Oboe, Englischhorn, Klarinetten, Tenorsaxophon). Dadurch, dass dies erstmals in Periode 6 geschieht, und dann in Periode 10 nochmals eine Soloinstrument auftritt (Posaune), hat Ravel alles getan, um den Hörer zu täuschen.

Die Perioden 13 und 15 sind von Ravel so zusammengestellt, dass nun bestimmte Instrumente dank ihrer Obertonzusammensetzung klar dominieren (Violinen und Trompeten), und erst die abschließenden Perioden 14 und 16 – 18 sind so zusammengesetzt, dass ein rauschender Mischklang entsteht, indem einzelne Instrumente zu hören sind, aber nur undeutlich.

»In Ravels Bolero kann der immergleiche Grundrhythmus und jenes mehr als 300-taktige Verharren auf den Bässen c und g zum Bilde des unerbittlich kreisenden Weltlaufs geraten; die erstaunliche Melodie erscheint als Einspruch dagegen; sie fügt sich ihm niemals. Ihre Freiheitsgeste wird in ihrer Abneigung gegen das Metrum deutlich, vor allem im 2. Teil, jenen klagenden, ja anklagenden Rufen auf dem Ton ‚des‘, die nur mit Gewalt vom Metrum noch zu beändigen sind. In der schneidenden Dissonanz dieses Tones hören wir nicht eigentlich subjektive Trauer, sondern die Stimme kollektiven Leidens aus langen Vergangenheiten.

Der NDR hat hier eine TV-Sendung mit dem begnadeten, 2014 leider viel zu früh verstorbenen Dirigenten Gerd Albrecht ausgestrahlt welche ein Muss ist zu diesem Thema.

Jeder mag sich diese Aufnahmen selbst anhören, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Im Hintergrund ist dieses einmalige Stück zu hören.

Noch in Bearbeitung

 

Marco, HB9ZCW 30. Oktober 2018